Happy Bob versus Dexcom App

In den letzten Wochen konnte man auf den Sozialen Medien viel über die App Happy Bob lesen. Die Happy Bob App soll die Dexcom G6 App nicht ersetzen, sondern ergänzen und dabei helfen, das Diabetesmanagement zu verbessen. Für mich als technikaffinen Diabetiker klang dies interessant. Damit die App funktioniert, muss man sein Dexcom Konto mit Happy Bob verbinden. Darüber war ich nicht so begeistert, denn nun kennt Happy Bob die Zugangsdaten von meines Dexcom Kontos. Wer ist eigentlich Happy Bob und was machen die mit meinen Daten? Diese Fragen gingen mir natürlich direkt durch den Kopf und ich recherchierte im Internet nach den Menschen, die hinter Happy Bob stehen. Die App kommt aus Finnland und wird von Personen entwickelt, die zum Teil selbst Diabetiker sind. Das klingt gar nicht so schlecht, dennoch wäre es für mich interessant zu wissen, wie sich die App finanziert. Hierzu habe ich leider keine Infos gefunden. Etwas skeptisch habe ich dennoch die App installiert und mit meinem Dexcom Konto verbunden. Auf den ersten Blick macht die App einen guten Eindruck. Im Vergleich zu der Dexcom App, die wirklich sehr einfach und schlicht gehalten ist, wirkt Happy Bob deutlich moderner. Besonders interessiert hat mich natürlich, ob die Prognosewerte mir auch für meinen Sport Triathlon behilflich sein kann können. Auf der Basis von historischen Daten gibt Happy Bob Prognosewerte für die nächsten zwei Stunden aus. Meine Erfahrung zeigt, dass die Prognosewerte beim Sport nicht wirklich behilflich sind. Das dahinterliegende Datenmodell ist wohl doch sehr einfach angelegt. Happy Bob ermöglicht es, sich mit anderen zu vergleichen. Auch das klingt für mich interessant und ich war gespannt, wie ich wohl abschneide. Die Bestenliste besteht leider nur aus 10 Personen, die alle annähernd Werte von Nicht- Diabetikern haben, d.h. sie liegen fast immer im Bereich zwischen 72 und 123 mg/dl und bekommen dafür über 570 Punkte. Ich halte mich eigentlich für gut eingestellt mit einem Hba1C wert zwischen 5,7 und 6,0, schaffe es aber mit meiner Bestpunktezahl von 502 nicht ansatzweise in die Bestenliste. Das versprochene Benchmarking ist zumindest für mich nicht sehr hilfreich. Ich halte den Zielbereich zwischen 72 bis 123 mg/dl für sehr niedrig. Beim Triathlon, Schwimmen, Laufen oder Radfahren ist dieser Zielbereich viel zu niedrig. Aus meiner Sicht ist die Gefahr, in den Unterzucker zu fallen, zu hoch. Für Personen, die dazu neigen, schnell in den Unterzucker zu fallen, halte ich es nicht für ratsam, dem Zielbereich von Happy Bob zu folgen. Ich selbst bin daher etwas enttäuscht von der App und finde für mich nicht wirklich einen Mehrwert. Aufmachung und Design sind bei der App wirklich gelungen und es wurde auch sicherlich viel Arbeit in die Entwicklung gesteckt. Der spielerische Ansatz, der mit der App verfolgt wird, ist gut umgesetzt, aber für mich, wie schon gesagt, nicht hilfreich. Ich finde es nicht in Ordnung, dass über die Verwendung meiner Daten nicht wirklich etwas ausgesagt wird und meine Daten ohne meine Zustimmung weiterverwendet werden können. Grundsätzlich ist es schon schlimm genug, dass ich meine Daten an Dexcom übertragen muss, da mein Diabetologe, der mir letztendlich den G6 verschreibt, über Dexcom Einsicht in meine Daten haben will und ich keine Datenhoheit mehr habe.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.