Freiwasserschwimmen als Typ 1 Diabetiker

Das Freiwasserschwimmen gehört zum Triathlon und ist für mich die Disziplin, bei der es am schwierigsten ist, den Blutzucker zu überwachen. Wie gehe ich dabei vor? Zunächst einmal zu meiner Ausrüstung: Im Freiwasser trage ich, unabhängig von meiner Diabetes, meistens einen Neoprenanzug und eine Boje. Um beim An- und Ausziehen den Glukosesensor nicht zu schädigen, trage ich zur Fixierung einen Armling über dem Dexcom G 6. Früher habe ich mir hierzu Armlinge gekauft, die beim Basketball getragen werden. Nachteil ist, dass diese Armlinge den ganzen Arm bedecken. Da ich den Sensor am Oberarm trage, habe ich mir die Armlinge so kürzen lassen, dass sie nur den Oberarm bedecken. Durch Zufall habe ich dieses Jahr auf Amazon sogenannte „Arm Shaper“ gefunden und zur Probe bestellt. Diese Arm Shaper, oder auch Schlankheitsärmel genannt, gibt es auch in einer kurzen Version für den Oberarm. Das Material ist aus Nylon, saugt sich zum Glück nicht so sehr mit Wasser voll und hält sehr gut beim Schwimmen.
Deutlich schwieriger gestaltet es sich für mich noch immer, während des Schwimmens den Blutzucker zu überwachen. Ich muss zugeben, dass ich mich insbesondere beim Schwimmen im Vergleich zum Laufen oder Radfahren sehr schwertue, meinen aktuellen Blutzuckerwert zu fühlen. Die Angst vor einer Unterzuckerung ist entsprechend groß. Da es aktuell noch keine Lösung gibt, die Werte direkt auf eine wasserfeste Uhr zu übertragen, benötigt man zusätzlich ein Smartphone, das die Werte empfängt und an die Uhr weiterleitet. Nur wohin mit dem Smartphone? Unter den Schwimmbojen gibt es Ausführungen, die eine kleine Tasche beinhalten, in der man Autoschlüssel und oder eben auch ein Smartphone verstauen kann. Da ich den Schwimmbojen, was die Wasserdichtigkeit angeht, nicht ganz vertraue, packe ich das Smartphone zusätzlich in eine wasserdichte Schutzhülle. Leider ist es mir schon passiert, dass in die Tasche der Schwimmboje etwas Wasser eingetreten ist, so dass sich meine Vorsicht ausgezahlt hat. Ich verwende ein altes Samsung Handy, um das es nicht so schade ist, sollte wirklich mal ein Wasserschaden auftreten. Um meine Werte auch während des Schwimmens sehen zu können, lass ich sie vom Smartphone auf eine Smartwatch übertragen. Dazu verwende ich eine Polar M600. Diese Uhr gibt es zwar inzwischen nicht mehr, sie leistet mir aber sehr gute Dienste, da sie wasserdicht ist und sehr zuverlässig meinen Blutzuckerwert anzeigt. Hundertprozentig sicher funktioniert diese Lösung im Freiwasser allerdings nicht. So kann es sein, dass sich die Boje dreht, das Smartphone so leicht im Wasser ist und dadurch die Verbindung zum Sensor oder der Smartwatch unterbrochen wird. Aber auch der Sensor befindet sich beim Schwimmen zwangsläufig immer wieder im Wasser, was zu Verbindungsabbrüchen führen kann. Derartige Verbindungsabbrüche habe ich bei leider bei vielen Trainingseinheiten. Zur Sicherheit führe ich aber auf jeden Fall auch immer ein Gel bei mir, damit ich im Fall einer Unterzuckerung auf jeden Fall ein Not BE bei mir habe. Da ich, wie bereits gesagt, Unterzuckerungen beim Schwimmen nicht so gut am Körpergefühl erkenne, bleibt letztendlich nur die Möglichkeit, immer mit etwas Zurückhaltung und Vorsicht zu schwimmen. Daher ist das Thema „All Out“ beim Freiwasserschwimmen tabu. Beim Triathlon kommen ja danach noch das Radfahren und Laufen, wo es dann schon etwas anders aussieht. Sollte jemand eine bessere Lösung kennen, würde ich mich über einen sehr Hinweis freuen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.