Sport und Insulin

Sport bei Diabetikern kann viele positive Wirkungen erzeugen. Hierzu gibt es zahlreiche Artikel und auch ehemalige Profisportler, die an Diabetes Typ1 erkrankt sind, berichten über ihre guten Erfahrungen. Leider sehen dies nicht alle Diabetologen so. Bei meiner Erstdiagnose im September 2018 hatte ich leider das Pech, auf einen solchen Arzt zu treffen. Nachdem ich zwei Mal mit meinem Fahrradhelm unter dem Arm in die Praxis kam, wurde mir die aktive Teilnahme am Straßenverkehr verboten. Darüber möchte ich mich aber heute nicht auslassen. Es geht vielmehr darum zu schildern, wie das Zusammenspiel von Sport und Insulin bei mir funktioniert. Ich bin einer der Typ1 Diabetiker, die besonders nach dem Frühstück unter sogenannten Essensspitzen leiden, d.h. mein Blutzucker steigt sehr stark an, fällt dann aber auch wieder recht schnell. Spritzessabstand (SEA) und auch der Spritzfaktor ändern daran nicht viel. Meine persönlichen Beobachtungen haben mir gezeigt, dass insbesondere bei Sport nach einem Essen mit Insulingabe mein Blutzucker während des Sports sehr schnell fällt. Daher vermeide ich es auf jeden Fall eine Sporteinheit zu beginnen, wenn die letzte Insulingabe nicht mindestens zwei Stunden her ist. An Tagen mit Wettkämpfen verzichte ich bis zum Start und während des Wettkampfes komplett auf Insulin. Damit habe ich gute Erfahrungen gesammelt. Das ist meine persönliche Erfahrung, der man bitte nicht einfach folgen soll. Mich hat aufgrund meiner Erfahrungen interessiert, wie lange eigentlich Insulin im Körper eine Wirkkraft erzeugen kann. Man liest sehr viel über die Dauer bis das Insulin wirkt, aber wenig über die Wirkdauer. Aufgrund meiner Essensspitzen nutze ich auch das schnell wirkende Insulin Fiasp, was angeblich innerhalb weniger Minuten seine Wirkkraft entfalten kann. Im Netz gefundene Wirkkurven zeigen, dass sich das Insulin noch über Stunden im Körper entfalten kann. Damit wird es schwer zu bestimmen, wieviel Insulin im Körper vorhanden ist. Da ich meine Sporteinheiten mit einem Blutzuckerwert zwischen 130 und 170 mg/dl starte, kann dies schnell zu einer Unterzuckerung führen, wenn ich noch Restinsulin im Körper habe. Das scheint wohl bei mir eine spezifische Situation zu sein. Denn immer wieder lese ich in Berichten, dass Menschen mit Diabetes Typ1, die sportlich aktiv sind, mit Insulinpumpen hantieren. Auch mein Arzt hat mich gefragt, ob ich nicht lieber Sport mit einer Insulinpumpe betreiben möchte. Aktuell kann ich mir das nicht vorstellen. Das mag möglicherweise auch daran liegen, dass ich noch nicht sehr lange an Diabetes Typ1 erkrankt bin und schon viele Jahre vor meiner Erkrankung Ausdauersport betrieben habe. 

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