Blutzucker überwachen beim Ausdauersport

Für Diabetiker Typ1 ist die Überwachung von Blutzucker eine lebensnotwendige Maßnahme. Betreibt man als Diabetiker Ausdauersport, wie zum Beispiel Triathlon, Laufen, Radfahren oder Schwimmen, gewinnt die Überwachung des Blutzuckers noch mehr an Bedeutung. Die konventionelle Methode mit Hilfe einer Stechhilfe Blut zu entnehmen und dann mittels Lanzetten den Wert des Blutzuckers zu messen, ist nur schwer leistbar. Ich hatte Glück, erst jetzt an Diabetes Typ1 zu erkranken, da es in den letzten Jahren gelungen ist, Messsysteme zu entwickeln, bei denen es nicht notwendig ist zu stechen. Um genau zu sein, messen diese Systeme nicht den Blutzucker sondern den Gewebezucker. Dies erfolgt, indem ein Sensorfaden ins Fettgewebe gelegt wird und ein Transmitter, welcher auf der Haut klebt, die Werte über Bluetooth an ein Anzeigegerät sendet. Gewechselt werden die Sensoren nach 10 bis 14 Tagen. Aktuell laufen auch Forschungsarbeiten, die optische Verfahren nutzen möchten, um den Blutzucker zu messen. Ich bin gespannt, wann das erste Verfahren seine Zulassung bekommt und ob Apple dabei ist. Hierzu gibt es schon seit Jahren Gerüchte. Jetzt aber zurück zu meiner Erfahrung. Bereits kurz nach meiner Diagnose während meines Aufenthalts in der Klinik, durfte ich solch ein Glukosemessgerät testen und war von Anfang an begeistert. Nach meinem Klinikaufenthalt habe ich mich direkt bemüht, eine Erstattung durch meine Krankenkasse zu bekommen, was mir glücklicherweise auch gelungen ist. Seit Januar 2019 trage ich so ein System zur kontinuierlichen Messung von Glukose und bin dankbar, dass es diese Technologie gibt, da ich damit während des Trainings und auch im Wettkampf meinen Blutzucker immer im Auge behalten kann. Leider steckt die Feinheit im Detail. Mir war nicht klar, dass man die Werte nur auf dem vom Hersteller entwickelten Empfänger oder einem zugelassenen Smartphone anzeigen lassen kann. Beim Laufen ist das ja nicht wirklich ein Problem, ebenso beim Radfahren. Beim Radfahren kann man entweder den Empfänger oder das Smartphone am Lenker montieren und der Blutzucker ist sichtbar. Beim Schwimmen sieht das anders aus. Weder Empfänger noch Smartphone sind wasserdicht, außerdem kann man sich beim Schwimmen nicht mal so nebenbei den Wert anschauen. Daher war die Frage nach einer Uhr, die den Wert anzeigen kann, naheliegend. Viele Sportuhren verwenden Bluetooth um z.B. Herzfrequenzdaten an die Uhr zu senden. Beim Radfahren kann die Trittfrequenz via Bluetooth auf der Uhr angezeigt werden. Warum nicht der Glukosewert? Bislang gibt es nur die Möglichkeit, mittels einer Smartwatch den Glukosewert anzeigen zu lassen. Leider haben Smartwatches den Nachteil, dass ein Smartphone in erreichbarer Nähe sein muss, d.h. die Smartwatch selbst empfängt nicht den Glukosewert, sondern empfängt dies vom Smartphone. Als Nutzer eines iPhone habe ich, da es naheliegend ist, mit einer Apple-Watch angefangen. Beim Laufen war das super und Musik konnte ich damit auch noch hören. Seit diesem Zeitpunkt laufe ich mit zwei Uhren durch den Wald. Eine Uhr zeichnet meine Aktivität auf und die andere zeigt mir den Glukosewert an. Ich habe dies dann auch beim Bahnschwimmen versucht und meinen Rucksack mit dem Handy am Beckenrand deponiert. Es dauert leider nicht lange bis die Verbindung abbricht und man nicht wirklich eine Kontrolle über den Blutzucker hat. Beim Freiwasser funktionierte dies natürlich von Anfang an nicht. Im Internet habe ich dann eine Gruppe von Leuten gefunden, die anscheinend einen Weg gefunden hatten, die Werte direkt auf die Uhr zu bekommen. Dies stimmte mich optimistisch. Ich kaufte mir eine Uhr, mit der es gehen sollte, die Polar M600 und versuchte die Uhr zu patchen. Ich war leider erfolglos, habe es nach mehreren Versuchen abgebrochen und musste die Uhr zum Hersteller einsenden um sie neu zu konfigurieren. Glücklicherweise wurde mir das kostenlos möglich gemacht. Eine andere Möglichkeit sollte wohl die Sony Smartwatch 3 sein. Die Polar M600 wie auch die Sony SW3 funktionieren nur wirklich gut mit einem Android Smartphone. Basis bei mir bildet ein Samsung S5. Damit die Sony Smartwatch eine direkte Verbindung mit dem Transmitter meines CGM hat, muss eine App xdrip+ verwendet werden. Xdrip+ist keine offizielle App und entsprechend schwierig gestaltet sich der Support bzw. die Weiterentwicklung. Bei mir hat es auch mit der Sony SW3 nicht wirklich funktioniert und ich habe meine Versuche abgebrochen. Inzwischen verwende ich die offiziellen Apps von meinem Hersteller Dexcom. Für die Polar M600 wie auch die Sony SW3 gibt es eine Anzeige um den Blutzucker zu sehen. Beim Laufen gestaltet sich daher meine Ausrüstung wie folgt. Um Werte von meinem CGM zu empfangen, verwende ich ein Smartphone (Samsung S5). Dieses sendet dann die Werte an die Polar M600, die ich am rechten Armgelenk trage und meine Glukosewert überwache. Das Smartphone verstaue ich in einem Bauchgurt. Am linken Arm trage ich eine Sportuhr, um meine Aktivitäten aufzuzeichnen bzw. meine Werte zu sehen. Theoretisch könnte ich auch mit der Polar M600 meine Sportaktivität aufzeichnen. Meine Erfahrungen haben mir jedoch gezeigt, dass es besser ist, wenn das Empfangsgerät vom CGM Transmitter nur mit einer Aufgabe beschäftigt ist und ich dann deutlich stabiler die Glukosewerte auf meiner Smartwatch sehen kann. Mein erster Triathlon nach meiner Erkrankung als Diabetiker war eine olympische Distanz auf Lanzarote. Zu diesem Zeitpunkt habe ich als Empfänger ein iPhone mit einer Applewatch verwendet. Die Applewatch hatte ich bereits zum Schwimmen angezogen. Auf der Radstrecke war dann leider die Verbindung zwischen dem iPhone und der Uhr unterbrochen. Durch das Schwimmen war die Applewatch leider noch nass und die Uhr forderte mich auf, zuerst die Krone zu trocknen. Das war natürlich eine super Nachricht in einem Wettkampf. Zum Glück hatte ich noch den Original Empfänger meines CGM auf dem Rad montiert und so musste der Empfänger für den Rest des Wettkampfes dienen. Danach waren die Applewatch und ich keine wirklichen Freunde mehr und bisher habe ich mit der Polar M600 gute Erfahrungen gesammelt. Wie bereits gesagt, dies sind rein persönliche Erfahrungen und haben keinen Anspruch auch Gültigkeit und sollten nicht einfach übernommen werden.

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